Team

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Das Team beim Träger besteht aus Julia Bloch (Dipl. Freizeitwissenschaftlerin) als Projektleiterin und pädagogische Begleitung des FÖJ Bremen und Pepe Bastian (Master of Science – Ecology) als pädagogischer Mitarbeiter und Fachreferent.

Interview mit der pädagogischen Begleitung des Trägers:

Im Interview mit der senatorischen Behörde (SUBV) erklärt Julia Bloch, die seit sieben Jahren (Stand 2015) im Auftrag des Umweltsenators das FÖJ im Land Bremen koordiniert und pädagogisch begleitet, wie Jugendliche von ihrem ökologischen Engagement auch persönlich profitieren.

Julia 2014

Frau Bloch, was können Sie den Jugendlichen anbieten?
In Bremen und Bremerhaven gibt es 40 Plätze für das Freiwillige Ökologische Jahr, hauptsächlich in den Bereichen Umweltbildung, Umweltkommunikation und der artgerechten Tierpflege. Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland oder Robin Wood sind als klassische Umweltverbände unter den Einsatzstellen, aber auch Stadtteilfarmen und Bildungsprojekte wie die Umweltlernwerkstatt in Osterholz. Eine Bremer Besonderheit sind die FÖJ-Einsatzstellen in wissenschaftlichen Einrichtungen, zum Beispiel dem Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Ich selbst bin im Vorstand des Bundesarbeitskreis (BAK) FÖJ aktiv und kann damit viele aktuelle Themenstellungen und den Austausch mit Kollegen bundesweit in unser Bremer FÖJ einfließen lassen.

Was zeichnet die pädagogische Begleitung aus?
Die kontinuierliche pädagogische Begleitung der Jugendlichen und der Einsatzstellen unterscheidet das FÖJ von anderen Freiwilligendiensten. Wir planen und organisieren beispielsweise das Seminarprogramm gemeinsam mit den Jugendlichen; die Freiwilligen werden in die Gestaltung eingebunden, die Inhalte werden nach Interessenlage und Methodenwünschen der Jugendlichen aufbereitet. Ein Freiwilligenjahr umfasst fünf Seminarwochen, die im FÖJ an ökologischen Themen orientiert sind und auf den Lebensabschnitt der Jugendlichen Bezug nehmen. In der pädagogischen Begleitung ist uns wichtig, dass die Jugendlichen eine feste Seminargruppe haben, um sich untereinander und die verschiedenen Tätigkeitsbereiche gut kennenlernen zu können. Unsere kontinuierliche Begleitung schafft eine Vertrauensbasis und macht eine prozessorientierte Reflektion der Jugendlichen über das Freiwilligenjahr erst möglich. Zudem unterstützen wir in schwierigen Situationen und beraten bei der beruflichen Orientierung. Durch das verkürzte Abitur sind jetzt auch mehr jüngere Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei, da wird die pädagogische Begleitung noch wichtiger.

Und überprüfen Sie auch die Einsatzstellen?
Ich halte zu allen Einsatzstellen Kontakt und achte zum Beispiel darauf, dass der Dienst tatsächlich ökologisch geprägt ist und eine fachliche und persönliche Anleitung der Jugendlichen gesichert ist. Wir verstehen das FÖJ als Bildungsjahr, die Jugendlichen sind als Hilfskräfte eingesetzt und sollen keine gelernten Kräfte ersetzen. So können wir gewährleisten, dass die Jugendlichen Kompetenzen erwerben und ein Freiwilligenjahr von Qualität bekommen, damit sie auch persönlich von ihrem Engagement profitieren. Ich bin sowohl für die Jugendlichen, als auch für die Einsatzstellen Ansprechpartnerin bei Fragen, Wünschen, Problemen und Konflikten.

Wie wird das FÖJ in Bremen angenommen?
Das Interesse ist mit fünf bis zehn Bewerbungen auf einen Platz sehr groß. Ich würde mir wünschen wir könnten mehr geförderte Plätze anbieten. Es ist immer wieder bitter, motivierte Jugendliche wegzuschicken, weil die Plätze nicht ausreichen, aber die vielen Bewerbungen sind auch ein Zeichen für die Attraktivität des FÖJ.

Warum sollten sich junge Menschen aus Ihrer Sicht für ein FÖJ entscheiden?
Das FÖJ macht Spaß! Für mich ist es jedes Jahr wieder toll zu sehen, wie sich junge Menschen für Umwelt- und Naturschutz engagieren und Interesse an ökologischen Fragestellungen zeigen. Im FÖJ finden sie andere Tätigkeitsbereiche als in den übrigen Freiwilligendiensten und profitieren von unseren Strukturen wie der pädagogischen Begleitung, oder beispielweise dem FÖJ-Sprechersystem mit zusätzlichen politischen Engagementfeldern und Aktionstagen bundesweit. Zudem profitieren die Jugendlichen zwischen Schule und Beruf davon, im ökologischen Bereich auf ganz unterschiedlichen Gebieten Erfahrungen zu sammeln und Verantwortung zu übernehmen. In dieser Lebensphase entwickelt sich viel. Ich höre von den Jugendlichen immer wieder, dass die Zeit des FÖJ für ihre persönliche und berufliche Orientierung besonders wichtig gewesen sei.

Das FÖJ kann also zur Berufsorientierung dienen?
Die Jugendlichen lernen im Rahmen des FÖJ den Berufsalltag kennen. Sie erhalten während der Seminarwochen und durch den regen Austausch untereinander auch Einblick in andere Einsatzstellen und Berufsfelder. Wir organisieren Veranstaltungen mit ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die von ihren eigenen Erfahrungen im und nach dem FÖJ erzählen, und auch mit Studienberatern. Die Jugendlichen reflektieren in dieser Zeit stark, was ihr Engagement bewirkt und was sie vom Leben erwarten. Viele wissen nach diesem Jahr besser, wohin sie sich entwickeln wollen.

Was machen Ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach ihrem freiwilligen Einsatz für die Umwelt?
Da stehen vor allem grüne Berufe im Mittelpunkt, das heißt sie studieren beispielsweise Umweltwissenschaften und Biologie oder machen eine Ausbildung zur Tierpflegerin oder zum Tierpfleger. Viele schlagen auch einen ganz anderen beruflichen Weg ein. Aber es geht ja darum, das ökologische Wissen mitzunehmen und dort anzuwenden, wo man ist – das geht überall.